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diolen

ein spielfilm von

stephan geene
projektentwicklung

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Tress, Anfang 40, kommt zum ersten Mal wieder nach Deutschland. Während des Faschismus mit ihrer Mutter aus Deutschland nach Brasilien geflohen, führt sie heute, 1970, mit ihrem Ehemann ein erfolgreiches Architektur/Design-Büro in Salvador di Bahia. Jetzt haben sie in der westdeutschen Pfalz ein Ausschreiben gewonnen für ein modernes Bürogebäude bei der Kunststoff- Verpackungsfirma Monthagen. Vielleicht haben sie diesen Erfolg auch ihren Beziehungen zu verdanken, die Frau des Firmengründers, Marianne Monthagen, ist eine alte Freundin von Tress aus der Grundschule aus Cottbus. Wenn auch sporadisch, so haben sie doch Kontakt gehalten, auch nach der Übersiedlung der Monthagens aus der DDR in den Westen, die Pfalz.

Tress, die eigentlich Teresa heißt, ist auf Speed: sie will berühmt werden, will den ultimativ-zeitgenössischen Kunststoff entwickeln und auch dafür ist sie hier: ausgerechnet die kulturell spießige Pfalz ist industriell im Bereich Kunststoffentwicklung Avantgarde. Provinz als Anantgarde, oder umgekehrt.

Tress redet vor allem über Ruhm, über Plastik – und, wie eigentlich alle dort, über Sex.

Eine melancholische filmische Begegnung, wäre der Film nicht durchlöchert von all dem, was in diesem Moment 1970 durch die Köpfe und Körper aller Beteiligter schießt: Werbung, widersprüchliche Gefühle und Gedanken, verkürzte und verlängerte Weltanschauungen, die Formeln für die richtige chemische Zusammensetzung des Kunststoffs, den Tress so verzweifelt sucht und die vage Ahnung, dass all diese Gegenstände, Einrichtungen und Zustände, die so bunt und voll daher kommen, alle aus Nichts bestehen..

Hat diese Zeit eine eigene Materialität? Und hat Kunststoff, der seit den 1950er Jahren Industrie und Haushalt auf allen Ebenen durchdringt, eine eigene charakteristik? Wie fühlt diese sich an? Wie zeigt sie sich? Wie ist sie abzubilden?

Ist es die Glätte, die Abwaschbarkeit, Aseptik, willlkürliche Farbigkeit? Hat sie damit zu tun, dass Plastik preiswert ist, fast preislos?